Nach den deutschen Meisterschaften im Juli legte Luis eine kurze Verschnaufpause ein um mit neuer Energie in den letzten Rennblock ab Ende August zu starten. Hochmotiviert sollten in den letzten 4 Saisonrennen noch einige gute Ergebnisse eingefahren werden. Doch leider kam es anders und Luis musste eher mit Enttäuschungen umgehen.
Zum Auftakt stand nach der Pause ein kleineres C3 Rennen im Rahmen des Argovia Cups in Hägglingen / Schweiz auf dem Programm. Aufgrund der guten Startposition 5 erhoffte sich Luis für dieses Rennen natürlich auch sich in der Spitzengruppe zeigen zu können und eventuell gleich Punkte einzufahren. Doch eine Startkollision direkt vor und neben Luis brachte ihn aus dem Tritt und warf ihn auf Platz 11 zurück. In der ersten Runde versuchte Luis den Anschluß wieder herzustellen. Eigentlich hatte Luis auch den Eindruck das es wieder ganz gute gehen müsste, doch irgendwie kam die Leistung nicht in den Beinen und Pedalen an. Er verlor weitere Plätze und so stieg er dann am Ende der 2 Runde als Vorsichtsmassnahme vom Rad. Er wollte den Körper nicht überstrapazieren.
Eine Woche später stand dann eine Reise nach Nove Mesto Na Moravce in Tschechien zum C1 Rennen auf dem Programm. Luis freute sich richtig auf diese Location, war es doch seine Premiere auf dieser legendären Rennstrecke, auf welche jährlich der Weltcupzirkus gastiert. Das Streckentraining am Freitag lief gut und Luis hatte Hoffnung , sich in einem sehr gut besetzten Feld in der Elite von Startplatz 26 nach vorne zu arbeiten. Doch leider gestaltete sich dieses Vorhaben äußerst zäh. Luis bewegte sich im Mittelfeld des 54-köpfigen Teilnehmerfeldes immer zwischen Platz 23-27. Am Ende war dann die Platzierung gleich wie der Startplatz, und somit weniger als erhofft.
Beim HC-Rennen in Gränichen (Schweiz) stand erneut eine Premiere, auf einer für Luis unbekannten Strecke, an. Gemeinsam mit seinem Trainer entschied sich Luis dafür, sich in diesem Rennen von der U23 Kategorie in die Elite Klasse „hochzumelden“. Aufgrund der kleineren Starterzahl erhoffte er sich in die Top 25 zu fahren und dort nochmals Punkte zu sammeln. Auf dem technischen und staubigen Kurs fand sich Luis im Training wieder gut zurecht. Die schwierigen Passagen hatte er dabei gut besichtigt und fühlte sich bestens präpariert.
Das Rennen nahm Luis dann von Startplatz 23 unter die Stollen. Gleich am Startanstieg gab es einen Sturz im Mittelfeld, den er geschickt umsteuern konnte und Kapital daraus schlug. Mit geringem Abstand auf die 15köpfige Führungsgruppe konnte die Verfolgung im Startloop aufgenommen werden. Doch schon bei der ersten eigentlich vergleichbar einfachen Downhillsektion passierte ein verhängnisvoller Sturz. Das Vorderrad rutschte in einer der engen Kurven weg und Luis knallte voll auf den harten Boden. Trotzdem nahm Luis das Rennen ganz am Ende des Feldes nochmals auf und fuhr in der darauffolgenden Runde noch zu einem kurzen Stopp in der Techzone um sich den Lenker richten zu lassen. Doch nachdem er sich wieder aufs Bike schwang merkte er, daß irgendetwas nicht stimmte. Ihm wurde etwas schwindelig und musste das Rennen beenden.
Die darauffolgenden Tage wurde der Gesundheitszustand nicht besser und Luis konnte erst 5 Tage später wieder beschwerdefrei trainieren. Nachdem die Vorbelastung zum Rennen dann auch geklappt hat, entschloss sich Luis, nur eine Woche nach dem Sturz, das letzte Saisonrennen in Ottenschlag bei Linz (Österreich) in Angriff zu nehmen. Doch leider gab es hier den nächsten Rückschlag. Nach dem Streckentraining auf dem mit Wurzeln und Steinen gespickten Kurs kamen die Kopfschmerzen zurück. Am Sonntag zögerte dann Luis dann alle Aktivitäten so lang wie möglich raus um erst 50 Minuten vor dem Start dann zum Warmfahren zu gehen. Doch kurz vor dem Call-Up gab Luis dann zu erkennen, daß ein Start nicht möglich ist. Vermutlich hatte er sich beim Sturz in der Vorwoche dann doch eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen.
Leider wurde ein immens hoher Aufwand im letzten Saisonabschnitt nun nicht belohnt und das eigentliche Vorhaben, sich mit positiven Ergebnissen in die Off-Season zu verabschieden misslang. Luis tat sich auch nach Abschluß des Rennblocks schwer nach vorne zu blicken. Doch mit nun einigen Tagen Abstand kam die Motivation zurück und es wurden auch schon wieder weitere Trainings absolviert. Immerhin hat sich Luis in diesem Jahr in der Weltrangliste deutlich verbessert. Nachdem die schlechteste Platzierung noch Platz 1492 war ging es zwischenzeitlich bis auf Platz 751 !! Aktuell wird er auf Platz 870 geführt.
Da darf man die Saison dann doch nicht als gänzlich misslungen bezeichnen.
Aufgrund der anstehenden Bachelorarbeit ist nun der weitere Ablauf im Herbst und Winter noch nicht planbar. Ein geplantes Trainingslager zur Vorbereitung auf die neue Saison im Dezember muss erstmal hinten anstehen. Trotzdem wird Luis den Kopf nicht in den Sand stecken und einen Weg finden wieder gut vorbereitet in die neue Saison zu starten. Wir wünschen auf diesem Weg viel Kraft und Gesundheit.“
